Hochhuth contra Papst Pius XII

Interessant ist nicht wer berühmt wird, dass schaffte Jack the Ripper auch, sondern interessant ist ob die Tat positiv oder negativ, wahr oder falsch ist.

Der Nestbeschmutzer Hochhuth hat scheinbar nicht bedacht, dass die katholische Zentrumspartei wie viele andere Parteien auch im Jahre 1933 in Deutschland verboten wurde und das die Geschäftsleitung der Partei in Konzentrationslager verfrachtet wurden.

Hören wir uns doch mal an was die Katholische Kirche zu Papst Pius dem 12ten sagt:

Pius der 12te, bürgerlich: Eugenio Pacelli (Dr. jur., Dr. der Theologie.; geboren am 2. März 1876 in Rom; und gestorben 9. Oktober 1958 in Castelgandolfo) war von 1939 bis 1958 Papst der römisch-katholischen KirchePapst Johannes der 22.. bezeichnet Papst Pius der 12te. als „ausgezeichneter Lehrer, Licht der heiligen Kirche, Freund des göttlichen Gesetzes („doctor optimus, ecclesiae sanctae lumen, divinae legis amator“).

Sein Vater Filippo Pacelli, verheiratet mit Virginia Graziosi, war Jurist und entstammte einer Familie von Landedelleuten aus Acquapendente, deren Mitglieder schon häufiger im Dienst des Papsttums gestanden hatten. Auch Francesco Pacelli, Bruder des späteren Papstes, war päpstlicher Advokat und als solcher maßgeblich an der Aushandlung der Lateranverträge von 1929 beteiligt. (Der König von Italien erhob ihn infolgedessen in erblichen Adelsstand.) Nach seinen Studien am staatlichen Gymnasium Ennio Quirino Visconti, der Päpstlichen Universität Gregoriana, der Hochschule Sant‘ Apollinare und der staatlichen Universität Sapienza in Rom, die er mit den Promotionen zum Doktor der Philosophie, der Theologie und beider Rechte abschloss. Die Priesterweihe erfolgte am 2. April 1899 durch den Vizegerenten von Rom, Monsignore  Francesco Casetta, am Vorabend des von Papst Leo der dreizehnte. ausgerufenen Jubiläumsjahrs 1900. Seine Primiz feierte er vor dem Bild der Maria „Salus Populi Romani“ in Santa Maria Maggiore in Rom. Am 8. Februar 1901 trat Pacelli (mittlerweile Dr. jur. und 1902 auch Dr. theol.), als Apprendista in das von Kardinal Mariano Rampolla del Tindaro geprägte Staatssekretariat ein.

Kardinal Pietro Gasparri wählte ihn 1904 als Sekretär der Kommission zur Abfassung des Kirchenrechts (1917), und im folgenden Jahr wurde er Mitglied der Kongregation für die außerordentlichen kirchlichen Angelegenheiten. Von 1909 bis 1914 lehrte Pacelli auch Kirchenrecht an der päpstlichen Diplomatenakademie. Papst Pius der 10te. ernannte ihn am 7. März 1911 zum Untersekretär, 1912 zum beigeordneten Sekretär und am 1. Februar 1914 zum Sekretär der Kongregation für die außerordentlichen kirchlichen Angelegenheiten (heute: die „außenpolitische“ Sektion des Staatssekretariats).
Am 20. April 1917 erhielt er die Ernennung zum Nuntius in Bayern. Die Bischofsweihe spendete Papst Benedikt der15te. am 13ten Mai 1917 als Erzbischof von Sardes in der Sixtinischen Kapelle.

Am 25. Mai 1917 traf Pacelli in München ein. Mit seiner Mission war der ausdrückliche Auftrag des Heiligen Vaters verbunden, die deutsche Regierung zur Annahme des päpstlichen Friedensvermittlungsvorschlags im 1ten Weltkrieg zu bewegen. So stand der Beginn seines öffentlichen Wirkens im Dienst des Friedens. Leider scheiterten die Bemühungen, denen er sich vom Juni bis zum September 1917 unterzog, am Widerstand der verantwortlichen deutschen Staatsmänner.

Am 22. Juni 1920 wurde der Nuntius in Bayern zugleich, zum ersten Mal in der Geschichte, bei der Deutschen Reichsregierung in Berlin akkreditiert, wohin er am 18. August 1925 auch seinen Amtssitz verlegte. Zuvor, am 29. März 1924, war das Konkordat mit dem Freistaat Bayern unterzeichnet worden. Am 14. Juni 1929 folgte der Abschluss einer feierlichen Konvention mit Preußen.

Am 15ten Dezember 1929 wurde Pacelli durch seinen Förderer, den Papst Pius dem 6te., zum Kardinal erhoben mit der Titelkirche S S. Giovanni e Paolo. Am 7ten Februar 1930 wurde er zum Kardinalstaatssekretär ernannt (Eigenhändig geschriebenes Dokument von Papst Pius der 6te. zur Ernennung des neuen Kardinals zum Staatssekretär) und prägte in dieser Funktion die späten Jahre des Papstes mit.

Am 25. März 1930 wurde er Erzpriester der Vatikanischen Basilika. Diese Jahre waren, unter dem Leitwort Pax Christi in regno Christi, geprägt durch die schwierige Auseinandersetzung mit den totalitären Anmaßungen in vielen Ländern: In Mexiko, Spanien und Russland ereigneten sich Kirchenverfolgungen, aber auch der Faschismus in Italien und seit 1933 der Nationalsozialismus in Deutschland stellten die Kirche vor die Herausforderung durch naturalistische Ideologien, die Pius der 11te. als „sozialen Modernismus“ brandmarkte. In das Jahr 1933 fällt auch die Unterzeichnung des bis heute gültigen Reichskonkordates, das u.a. die Ernennung von Bischöfen in Deutschland regelt. Seit der Verurteilung der Ideologie der Action française in Frankreich 1926 gestalteten sich die Beziehungen zur französischen Republik jedoch zunehmend kooperativ. Frankreich blieb als einziges katholisch geprägtes Land in Europa bis 1940 demokratisch. Pacelli wirkte für Pius den 11ten auch auf konstruktive Beziehungen zu den parlamentarisch regierten Vereinigten Staaten und Großbritannien hin. Am 1. April 1935 wurde er zum Camerlengo der Römischen Kirche. Ihm waren sieben Sprachen geläufig (wie Pius der 12te schreibt Seite 406).

Pontifikat

Nach dem plötzlichen Tod von Papst Pius dem 11ten. am Vorabend der Zehnjahresfeier der Lateranverträge, wurde Pacelli an seinem 63. Geburtstag, dem 2. März 1939 in einem der kürzesten Konklave der jüngeren Kirchengeschichte von 63 Wählern in nur drei Wahlgängen zum Papst gewählt. Seit Paul dem 3ten. war keine Wahl mehr so zügig verlaufen, seit Innozenz der 12te ist auch kein Römer mehr gewählt worden.

Eugenio Pacelli nahm den Papstnamen Pius der 12te an. Die Krönung erfolgte am 12ten März 1939, damals Fest des Papstes Gregors des Großen, auf der Loggia der Petersbasilika. Wie zuvor in der Geschichte von 16hundert55 und 16hundert67 wurde der Kardinalstaatssekretär des Vorgängers selbst zum Papst gewählt und schloss, auch das eine Seltenheit, auch namentlich direkt an den Vorgänger an. Da Pius der 12te von 1944 bis 1952 ohne Kardinalstaatssekretär arbeitete und seit 1952 zwei „Pro-Staatssekretäre“ (seit 1955 nur noch Domenico Tardini) ohne Kardinalsrang beschäftigte, tut man ihm sicherlich nicht Unrecht, wenn man festhält, dass Pius der 12te in seiner Selbsteinschätzung „unbedingt“ der Nachfolger seines Vorgängers blieb; sein Leitwort war gleichfalls friedensbetont: Opus iustitiae pax.

Schon mit der Antrittsenzyklika Summi pontificatus vom 20. Oktober 1939 (deutsch (!) in: AAS XXXI (1939), Seite 565 bis 594) verurteilte Papst Pius den Krieg; und zugleich jeglichen Totalitarismus, darin noch deutlicher, als es sein Vorgänger schon tat.

Pius der 12te wandte sich mit Energie und Zähigkeit den vielfältigen Problemen der Kirche in der Welt von heute zu und unternahm es, eine behutsame Heranführung des Katholizismus an die Moderne zu gewährleisten. Diese Absicht fand Ausdruck in den epochalen Enzykliken von 1943 zur Ekklesiologie (Mystici corporis) und zur Bibelwissenschaft (Divino afflante spiritu) sowie 1947 zur Liturgie (Mediator Dei), die heute als Vorbereitung der Konzeptionen des 2ten Vatikanischen Konzils (insbesondere in Lumen gentium resp. Dei verbum) bleibende Bedeutung erhalten haben. So ist Pius der 12te nach der Heiligen Schrift die häufigst zitierte Quelle in den Dokumenten des 2ten Vatikanischen Konzils. Sie sind dabei nicht nur einfache Quellenangaben, sondern müssten vermehrt als Interpretationsschlüssel verstanden werden. 

Insgesamt verfasste Pius der 12te über 40 Enzykliken und entwickelte in zahlreichen Stellungnahmen auch die Soziallehre der Kirche bedeutend weiter, insbesondere durch die 1944 ausgesprochene Zustimmung, dass die demokratische Regierungsform im Staat gegenüber autoritären Konzepten grundsätzlich vorzugswürdig sei. Nur 30 Jahre nach Ausbruch des 1ten Weltkrieges, der die monarchische Staatsidee ruinierte, gab die Kirche damit ihre Indifferenz gegenüber den Verfassungen der weltlichen Autorität auf. Der Gedanke universaler Menschenrechte wurde jedoch erst von Johannes dem 12ten explizit aufgegriffen, wenngleich Pius der12te intensiv wie kein Vorgänger, zu allen humanen und sozialen Fragen das Wort ergriff (vgl. die „Soziale Summe Pius der 12te“).

Pius der 12te . hatte einen klaren Begriff davon, dass die Gläubigen, speziell die Laien, nicht nur zur Kirche gehören, sondern Kirche sind.

Pascalina Lehnert schreibt in ihrem Werk (Seite 127), dass nach dem Tode Pius der 12te der Schriftsteller Rolf Hochhuth 1963 in dem uraufgeführtem Bühnenstück: „Der Stellvertreter“ ein trauriges Zerrbild von Pius dem 12ten zeichnete, welches das Geschichtsbild dieses Papstes von weiß zu schwarz verwandelte.

Von bleibender Bedeutung ist insbesondere die Lehre des Papstes von der Völkergemeinschaft, die er insbesondere 1939 bis 45 in mehreren Rundfunkbotschaften vortrug. Diese Lehre ist von internationalen Organisationen wie der UNO nur sehr bruchstückhaft berücksichtigt worden. Hier wäre es, wie schon oft zuvor, dem Menschheitsfortschritt dienlich gewesen, Wort und Weisung aus Rom mit größerem Ernst zu beherzigen.

Im Alter wurde der Papst von Ahnungen heimgesucht, dass der auf seine Person zugeschnittene Versuch, den universalen Anspruch des Katholizismus in die Zukunft zu führen, allein nicht ausreichen würde, um die Konfrontation mit der Moderne zu bestehen. Zu dem französischen Philosophen Jean Guitton sagte der Papst 1957, dass er wisse, er sei „der letzte Papst„; sozusagen das letzte Glied in einer langen Kette römischer Tradition. (Als Förderer der Ausgrabungen am Petrusgrab wurde Pius der 12te ganz nahe bei Petrus bestattet.) So wie Pius der 11te. die drängenden Fragen nach der Bibel, Liturgie und Kirchenlehre, und auch den Durchbruch zum demokratischen Bewusstsein, im Alter seinem Nachfolger überließ, so überließ Pius der 12te die von ihm geheim untersuchte, um 1950 aber abschlägig beschiedene Frage nach einer Wiedereröffnung des Ersten Vatikanischen Konzils auch seinen Nachfolgern.

Gegenüber dem Jesuiten Riccardo Lombardi, dessen Bewegung der Papst inmitten der inneritalienischen Richtungskämpfe (Christdemokratie gegen Kommunisten) stark unterstützte, soll Pius der 12te sogar gesagt haben, sein Nachfolger werde ein Konzil einberufen.

Das Dritte Reich und die Juden

Als Diplomat Benedikts der 15te. hatte sich Pacelli bereits 1915 für die Verurteilung antisemitischer Gewalt, die in Polen zum Ausbruch gekommen war, eingesetzt, und in den 1930er-Jahren machte er als Staatssekretär Pius des 11ten. der antijüdischen Rundfunkpropaganda eines katholischen Priesters in den Vereinigten Staaten, Charles Coughlin, ein Ende. Pacelli hatte wesentlich das Rundschreiben Mit brennender Sorge von Pius dem 12ten über die Lage der Katholischen Kirche im Dritten Reich vom 14. März 1937 mitgestaltet.

Es gab eine „besondere Unterteilung extra für die Juden, denn 1939 hatte Papst Pius der 12te  beschlossen, im Staatssekretariat ein Büro einzurichten, das sich nur damit beschäftigen sollte, den Juden in ganz Europa zu helfen, wenn sie Hilferufe an den Papst richten. Wir haben bisher rund 2.800 dieser Bittschriften gefunden, so der belgische Vatikan-Archivar Johan Ickx im Januar 2021. Das entspricht in etwa 4.500 Menschen, denen man direkt geholfen hat oder dies zumindest versucht hat.“ Der Heilige Stuhl habe in den 30er Jahren versucht, jegliche Hilfen anzubieten. Manchmal sei es gelungen, und manchmal sei es auch für den Vatikan nicht möglich gewesen, Hilfe zu leisten. Das „war nicht die Schuld des Heiligen Stuhls oder vom Papst. Die Schuld lag schlicht an der Kriegssituation und der gezielten Verfolgung der Juden durch die Nazis in Deutschland und ihrer Verbündeten Staaten.“

Papst Pius der 12te habe mindestens 15.000 Juden persönlich gerettet. Im Mai 1939 blieb der Vorschlag des Papstes Pius der 12te erfolglos, den er Adolf Hitler durch seinen Nuntius beim Deutschen Reich, Erzbischof Cesare Orsenigo, überbrachte. Darin hatte Pius der 12te eine Fünf-Mächte-Konferenz vorgeschlagen, um drohende kriegerische Auseinandersetzungen friedlich zu lösen. „Leider stieß der Nuntius auf ein nur sehr oberflächliches Interesse.“ Mit mehreren Radioansprachen versuchte er später die Krieg führenden Länder zum Frieden aufzurufen. Er wollte in einer sehr energischen Enzyklika die Verfolgung der Juden anprangern. Doch die deutschen Bischöfe befürchteten, dass ein solches Rundschreiben die Verfolgung der Juden noch mehr verschärfen würde. Robert Kempner, ein jüdischer Jurist deutscher Herkunft, schrieb 1964Jede propagandistische Stellungnahme der Kirche gegen die Hitler-Regierung wäre nicht nur ein geplanter Selbstmord gewesen, sondern hätte die Ermordung einer noch viel größeren Zahl von Juden und  Priestern beschleunigt. 

Über diplomatische Kanäle stoppte Pius der 12te den Abtransport der Juden in Rumänien. Aufgrund der Aussagen von Schwester Pascalina, weiß man, dass es zwischen dem Papst einerseits und verschiedenen Bischöfen anderseits darüber zu Gesprächen gekommen ist.

In Holland, wo die Bischöfe damals gegen die Verfolgung der Juden offen aufgetreten sind, hat es sich gezeigt, dass aus Rache sogar die – zuvor verschonten – katholisch gewordenen Juden deportiert wurden (ein „Vergeltungsschlag“ gegen 4.000 niederländische Juden). Unter anderem hat man Edith Stein, die berühmte jüdische Konvertitin, die zum katholischen Glauben übergetreten war, aus einem holländischen Karmel herausgeholt und nach Auschwitz ins Konzentrationslager deportiert.

Im November 1943 scheiterte Pius der 12te. bei Adolf Hitler mit dem Versuch, zugunsten von Juden, diplomatisch zu intervenieren. Ebenfalls 1943 lässt der Papst zwei Schreiben verfassen, in denen er um Hilfe für jüdische Familien bittet. Der Vatikan hat auf verschiedenste Weise versucht, den bedrängten Juden zu helfen.

Nach der Aussage des berühmten Vertreters des Judentums, Pinchas Lapide, hat der Papst zusammen mit der Kirche mindestens 700.000  Juden das Leben gerettet (direkt und indirekt

über 850.000 Juden). In den Kellern und Räumen des Vatikans und in Castel Gandolfo waren sehr viele Juden versteckt. Die deutschen Machthaber haben dies zwar gewusst, getrauten sich jedoch nicht, den Vatikan zu erobern, um die Juden herauszuholen. Auch wenn die Kritik kaum verstummen wird: Diese Tatsachen zeigen, dass die Hypothese – Pius der 12te habe zu wenig für die Juden getan jeder Grundlage entbehrt.

Schon auf seiner Reise nach Jerusalem im Januar 1964 verteidigte Paul der 7te seinen Vorgänger und Förderer diesbezüglich. DD Dr. Peter Egger  schreibt: „Obwohl seine weltlichen Mittel und seine Macht bescheiden waren, half er in dieser Zeit wo er nur konnte. Auf seine persönliche Veranlassung hin wurden tausende Juden in Klöstern und kirchlichen Einrichtungen versteckt und so vor der Vernichtung gerettet (85 % der 8000-köpfigen jüdischen Gemeinde Roms in 155 römischen Klöstern [nämlich 4238 Juden], im Vatikan [477 Juden] und auf dem päpstlichen Anwesen von Castelgandolfo [ca. 3000]). 
Dem römischen Großrabbiner Eugen Maria Israel Zolli gewährte er höchstpersönlich Asyl. Dieses Zeugnis der christlichen Nächstenliebe beeindruckte den Rabbi so tief, dass er zum katholischen Glauben fand und als Taufnamen den Namen des Papstes Eugenio, wählte.“

 Im römischen Kloster der Augustinerinnen von „Santi Quattro Coronati“ in der Nähe des Lateran tauchte im Jahre 2009 ein wichtiges Dokument zu Papst Pius dem 12ten auf. Die Notiz vom November 1943 führt 24 Verfolgte des Nationalsozialismus auf; diese sollten auf Wunsch des Papstes gerettet werden. Darum habe der Heilige Vater angeordnet, „diesen Verfolgten in den Klöstern Gastfreundschaft zu gewähren“. Viele oder alle der auf der Liste aufgeführten Personen waren offenbar Juden.

Auch andere Rettungsaktionen fanden nicht nur auf Weisung Pacellis statt, sondern wurden von ihm finanziert – so ließ er etwa ein Schiff chartern, um jedes halbe Jahr 500 jüdische Flüchtlinge von Lissabon aus in die Dominikanische Republik zu bringen, weil Diktator Trujillo bereit war, dem lokalen Nuntius eben diese Anzahl an Visa auszustellen. Allein auf diesem Weg wurden um die 10.000 Juden gerettet. In Istanbul koordinierte Nuntius Roncalli die Anmietung von Schiffen und den Transport jüdischer Flüchtlinge aus Rumänien nach Palästina. 1954 erklärte Giuseppe Roncalli, der spätere Papst Johannes der 22te: „In all diesen schrecklichen Dingen habe ich mich an den Heiligen Stuhl gewandt, und später führte ich einfach die Anweisungen des Papstes aus: zuerst und vor allem Menschenleben zu retten.“

Auch Margarete Sommer, die zusammen mit Prälat Bernhard Lichtenberg das Hilfswerk des Bischöflichen Ordinariats in Berlin leitete, erklärte am 23. März 1963 schriftlich: „Alle Aktionen in Berlin, die zur Rettung, Bewahrung und zum Schutz rassisch Verfolgter im Bischöflichen Ordinariat durchgeführt und geplant wurden, (fanden) in Verbindung mit dem Vatikan (und) in ausdrücklicher Billigung und nach Weisung Pius der 12ten (statt).“

In den Kriegsjahren entfaltete die katholische Kirche ein Liebeswerk gegenüber allen Menschen ohne Ausnahme, indem Pius der 12te nach Kriegsbeginn ein Vatikanisches Informationsbüro für die Kriegsgefangenen einrichtete, das schließlich dreieinhalb Millionen Dokumente umfasste. Dieses Archiv, das bis 1947 geöffnet war, ist beinahe unbenutzt. Der Osservatore Romano schreibt dazu, dass ein Archiv vielleicht lautstark zu öffnen gefordert wird, damit die darin enthaltenen Dokumente dann vernachlässigt werden (vgl. Werk von Pascalina Lehnert).

Anlässlich des ersten Rombesuches nach dem Kriege sagte Kardinal Josef Frings, wie furchtbar der Heilige Vater litt – weil, da es die Klugheit gebot, um nicht noch größeres Unheil auf die Hitler-Opfer heraufzubeschwören – er immer wieder schweigen musste. Clemens August Graf von Galen erzählte (PL Seite 150f), dass Pius der 12te ihm in einer Privataudienz Stellen aus seinen Predigten gegen den Nationalsozialismus aufsagte. „Ja,“ sagte der „Löwe von Münster“ dem Papst: „aber wie vielen meiner besten Priester habe ich dadurch, dass sie meine Predigten verbreiteten, Konzentrationslager, ja den Tod bereitet!“ Darauf entgegnete Pius der 12te, dass gerade die furchtbare Gewissheit, dass an Tausenden Vergeltung geübt wurde, auch ihn oft zum Schweigen zwang.

Beginnend in den Kriegsjahren, mit dem Höhepunkt 1963, wurde versucht, Pius den 12ten als hitler-freundlich darzustellen. Dass dies ein organisierter Feldzug war hat schon Giovanni Spadolini 1965 in Italien angeprangert. Die Fakten in der Öffentlichkeit falsch darzustellen, um Papst Pius den12ten zu beschädigen, einerseits um eine mögliche Seligsprechung abzuwenden, jedoch vor allem, um Zwist zwischen Juden und Christen zu säen, wurde verstärkt zu Beginn des 21ten Jahrhunderts unternommen. Kardinal Paul Josef Cordes nannte 2008 diese Leute „nachgeborene Besserwisser“, und P. Eberhard von Gemmingen SJ hält die Diskussion für „naiv“, da sich in den ersten zwanzig Jahren nach den Zweiten Weltkrieg viele Juden dankbar ausdrückten.

Durch einen Vortrag des Archivars des vatikanischen Staatssekretariats Johan Ickx bei der Tagung „Refugee Policies from 1933 until Today: Challenges and Responsibilities“ am 17. Februar 2017 in Rom belegt, dass durch Papst Pius den 12ten fast 5.000 Juden in 280 Klöstern Unterkunft gefunden, 3.000 in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo, 1.460 in katholischen Privathäusern, 60 in Gebäuden auf exterritorialem Grund und 40 im Vatikan. Die Zahlen gingen aus den Akten des vatikanischen Archivs hervor. Ein Abkommen von Oktober 1943 mit den Nationalsozialisten sicherte Ickx zufolge den vatikanischen Gebäuden einen neutralen Status zu. Der Archivar wies auch darauf hin, dass der Vatikan schon im spanischen Bürgerkrieg 1936 bis 1939 drei Millionen Flüchtlingen half.

 Die letzten Jahre

Am 1. November 1950 verkündete der Papst im Heiligen Jahr, zu dem über 3 Millionen Pilger nach Rom strömten, die Definition der Leiblichen Aufnahme der Jungfrau und Gottesmutter Maria in die himmlische Herrlichkeit Christi. Dieses Dogma markiert nicht nur den einzigen Anwendungsfall der Inanspruchnahme päpstlicher Unfehlbarkeit ex cathedra seit 1870 (zuvor hatte nur Pius der 9te 18hundert54 die Immaculata definiert), sondern das eigentliche „Wort in die Zeit“, Antwort auf einen allzu vordergründigen Humanismus der die Letzten Dinge mit Schweigen übergeht.
Papst Pius der 12te starb am 9ten Oktober 1958, nach über vierjährigen Krankheitsphasen, die seine Schaffenskraft (und damit die gesamte Kurie) lähmte, in Castelgandolfo, dem päpstlichen Sommersitz, den er immer ausgiebiger genutzt hatte. Kardinal Domenico Tardini sagte von Pius dem 12te, „ich habe nie einen demütigeren Menschen in meinem Leben getroffen“ (vgl. (Pascalina Lehnert).

Seligsprechungsprozess

Am 8. November 1965 wurde durch Paul den 6ten der Seligsprechungsprozess eingeleitet. 1990 erhob Johannes Paul der 2te Pius den 12ten zum Diener Gottes. Im Februar 2008 bekräftigte der inzwischen emeritierte Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal José Saraiva Martins, dass der Seligsprechungsprozeß für Papst Pius den 12te nicht ad acta gelegt wurde, sondern fortschreitet. Relator im Seligsprechungsprozess Pius der 12te ist der bekannte Historiker Professor P. Peter Gumpel (1923). Am 19ten Dezember 2009 hat Papst Benedikt der 16te den heroischen Tugendgrad Pius des 12ten anerkannt.

(Zitatende zum Leben von Papst Pius dem 12ten bei kathpedia entnommen)

 

Mein Kommentar:

 

Geradezu widerlich sind die atheistischen Äußerungen von dem Nestbeschmutzer Hochhuth der Bücher schrieb. Er war mit einer Klassenkameradin verheiratet, deren Mutter Mitglied bei den Kommunisten war. Wikipedia weiß erschreckend wenig über das Elternhaus der Familie von Rolf Hochhuth. Ob sein Papa Mitglied in der NSDAP  war oder nicht wird uns vorenthalten.